Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Auf nach Leipzig

Heute mache ich mich auf zur Buchmesse nach Leipzig. Wer mich treffen und ein wenig plaudern möchte, ich werde vorraussichtlich Samstag und Sonntag vormittag beim Stand des Machandel Verlages  Halle 2 Stand H301 anwesend sein. Ich signiere auch gern jedes meiner Bücher.

Gespannt bin ich auf jeden Fall auf das kulinarische Angebot der Messe.

Es war ja letztes Jahr leider ziemlich enttäuschend für jemanden, der weder Fleisch noch Süßspeisen essen wollte und nicht unbedingt bis 15:00 auf einen Platz in einem der schrecklich überfüllten Restaurants warten möchte.

Vielleicht habe ich dieses Jahr ja mehr Glück und muss nicht auf Supermarktobst zurückgreifen.

Beim Bahnhof soll es einen guten Bioladen geben, wurde mir erzählt. Da werde ich sicher vorbeischauen.

Jemand noch eine Empfehlung, wo man in Leipzig gutes Essen kaufen kann?

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Das Fernsehen und die Snacks

Wann immer die Rede auf typisch „dickmachende“ Verhaltensweisen kommt, wird der Essenskonsum beim Fernsehen genannt und dass dicke Menschen (weil ja faul und träge) mehr vor der Glotze hängen als ihre schlanken Mitmenschen.

Auf dieser Webseite z.B. sind sechs Verhaltensweisen aufgelistet, die dick machen und natürlich ist das Essen beim Fernsehen mit dabei.

Dann gibt es auch diesen Webbeitrag, wo dezidiert gesagt wird, dass sich dicke Menschen durch Snackwerbung viel mehr verführen lassen, ebenfalls Snacks zu essen und weil ja dicke Menschen viel länger fernsehen, werden sie viel öfter verführt zu essen und weil sie sich verführen lassen sind sie dick.

So einfach kann die Welt sein. Dann müsste die jeweilige Gesundheitsministerin nur Snackwerbung verbieten bei ihrer nächsten Antidickenkampagne. Dass noch niemand diesen Schritt gefordert hat, zeigt, wie löchrig diese angeblich sichere Tatsache ist, wie unsicher die Ergebnisse der nicht genau genannten Studien. Tabakwerbung hat sich ja verbieten lassen, als klar war, was das Rauchen alles mit sich bringen kann. Dort hat niemand gesagt, dass hier eben der Wille und das Rückgrat der Zuseher gefordert sei, sich trotz Werbung fernzuhalten. Und bei Snacks und dicken Menschen ist der Widerstand gegen die TV-Verführung plötzlich möglich, wenn man nur genug innere Stärke hat? Wie sich die Zeiten und Erwartungen doch ändern…

Wenn das Snackessen ein Problem darstellt, dann beginnt dieses Problem nicht vor dem Fernseher auf der Couch, sondern im Supermarkt beim Einkauf. Süßwaren und Snacks haben soweit ich beobachten konnte, mehr Platz im Supermarkt als Gemüse und Obst, die ja auch Snackisch sein können. Ganz recht. Eine Schüssel Cocktailtomaten (und ein bisschen Salz drauf) eine zweite mit Trauben und frisch aufgeschnittener Ananas und schon wird der Snackzwang, sollte er Sie tatsächlich im Griff haben, zum reinen Vitaminessen.

Nun, solange die Gewinnspanne bei Chips für den Supermarkt deutlich höher ist als die für Bananen oder Salat, wird sich an der Snackfülle nichts ändern. XXL Packungen abschaffen und nur Kleinpackungen für Singles ins Regal stellen wäre eine Lösung, denn nicht jeder Mensch, der allein lebt und eigentlich nur grad mal Lust auf eine Handvoll Chips hat, kann auch nur eine Handvoll kaufen. So kleine Packungen gibt es schlichtweg nicht. Und ist eine Packung mal auf, meldet sich die sparsame Hausfrau in mir zu Wort, dass man den Rest ja nicht weich werden lassen kann. Lebensmittelverschwendung ist pfui. Schaffen wir also die überhöhten Preise für Kleinpackungen ab und wir haben ein Problem weniger im Wohnzimmerschrank, sollte das tatsächlich ein Problem sein.

Und ist überhaupt das wirklich der Kern des Problems? Sind alle dicken Menschen wirklich nur deshalb dick weil sie zuviel fernsehen? Sind alle schlanken Menschen wirklich immun gegen TV Werbung und essen nie Snacks beim Fernsehen? Wenn ich die bunte Mischung von Jugendlichen und Kindern an meiner Schule beobachte, kommen genauso dünne Schüler/innen wie dicke mit Flaschen voll süßer Limo, Dosen mit Energydrinks und Snacks aus der Mittagspause in den Nachmittagsunterricht. Und sie haben in dieser Zeit nicht etwa fern gesehen. Sie waren im Supermarkt.

 

 

 

 


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Was negative Artikel kaputt machen … kein schlechter Ansatz

Dass negativer Stress oftmals nach einem Stück Schokolade schreit, weiß jeder, der schon einmal Liebeskummer hatte oder aus anderen Gründen niedergeschlagen war.

Auch Dauerbeschuss mit negativen Schlagzeilen kann dazu führen, dass sich dicke Menschen hilflos in eine Ecke gedrängt fühlen.  Dass da mehr dran ist als nur Vermutung, hat das Team  um die US-Psychologin Brenda Major von der University of California Santa Barbara mit einem Versuch herausgefunden, bei dem sie Frauen mit einem negativen Zeitungsartikel konfrontierten, der suggerierte, dass sie ihren Job verlieren könnten, wenn sie nicht schlank würden.

Jene Frauen, die selbstsicher waren bzw. ein schlankes Selbstbild hatten, reagierten kaum, als ihnen danach Snacks angeboten wurden. Anders Frauen, die aufgrund ihrer Wahrnehmung befürchten mussten, dass sie wegen ihrer Figur den Job verlieren könnten. Sie griffen beherzt zu, um sich sozusagen zu trösten.

Daraus schlossen die Forscher, dass alle „Angstmach“-Berichte zu Adipositas und den drohenden Folgen, also das ganze Dickenbashing genau den gegenteiligen Effekt hat. Statt dicke Menschen dazu zu bewegen, ihr Leben dauerhaft zu ändern, also gesünder zu essen oder sich mehr zu bewegen  (dass dies oft an den wahren Ursachen  für Übergewicht vorbeigeht, haben die Forscher leider ausgeblendet) bewirkt der Druck von außen, dass sich viele ihren Trost dort suchen, wo er geboten wird: im Essen.

Ich finde den Ansatz nicht schlecht, wenn er auch auf dem gängigen Vorurteil, man könne nur dick sein, wenn man zu viel isst und sich zu wenig bewegt, aufbaut. Dass weniger Drohungen und weniger Hass und weniger Häme gegenüber dicken Menschen die Welt für alle besser machen würde, hätte ich diesen Forschern aber schon gleich sagen können, dazu braucht es keine Studie, nur die Beobachtungen der Betroffenen in der eigenen sozialen Umgebung.

 


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Lebensmittelwerbung – werden wir verführt, mehr zu essen?

Ich habe ein älteres Video an der Schule zum Thema Gesundheit und Ernährung. Es ist mindestens 20 Jahre alt und es ist interessant zu sehen, dass sich die Ansichten über Übergewicht in Medien und Gesellschaft seitdem nicht gewandelt haben.

Ein Beitrag auf dem Video zeigt den Zusammenhang zwischen Fernsehen und Ernährung. Dort wird suggeriert, dass wir das essen, was uns die Werbung vorführt. Wenn Schokokekse beworben werden, greifen wir zu Schokokeksen, sind es Chips, greifen wir zu Chips. Wenn man diesen Gedankenstrang fortführt, kommt man zu der Ansicht, es müsse logisch sein, dass wir zu wenig Obst und Gemüse essen, es macht ja niemand Werbung für frische Möhren oder Birnen.

Die logische Konsequenz wäre ja, dass man die Werbung für ungesunde Lebensmittel (hoher Kaloriengehalt pro Gewichtseinheit, industriel verarbeitet, viele Zusätze, die den Geschmack verbessern und süchtig machen) verbieten müsste, so wie man auch die Zigarettenwerbung verboten hat.

Die Lebensmittelbranche wehrt sich gegen die Aussage, dass mehr Süßwarenwerbung auch mehr Süßwarenkonsum bedeuten würde.

In einem Beitrag zum Thema Lebensmittelwerbung und Übergewicht referiert PD Dr. med. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie an der Universitätsmedizin Göttingen und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Sektion Niedersachsen sehr im Sinne der Lebensmittelindustrie (sonst hätte ihn diese wohl kaum für den Vortrag bezahlt) gleich ein paar beeindruckende Argumente. Ob diese richtig sind oder nicht, müsste man mit sehr genauen, objektiven Studien nachprüfen, die Aussagen einfach so in den Raum gestellt, veranlassen mich zu ein paar Gegenfragen und Überlegungen (jeweils in Klammer darunter):

  • In Schweden gibt es gleich viel dicke Kinder wie in den Nachbarländern, obwohl im schwedischen TV Lebensmittelwerbung für Kinder verboten ist.

(Aha. Also wenn Schokoriegel für Erwachsene angepriesen werden, fühlt sich kein Kind davon angesprochen. Und Chipswerbung für Jugendliche veranlasst keinen 10jährigen dazu, auch Chips essen zu wollen.)

  • In Deutschland wird seit etwa 30 Jahren gleich viel Zucker konsumiert.

(Wobei der Haushaltszucker gemeinst sein dürfte. Allerdings ist im Gegensatz zu früher inzwischen der industriel hergestellte Fruchtzucker als Süßungsmittel beliebter als früher. Wenn also der Haushaltszucker pro Kopf -Verbrauch gleich geblieben ist und der Fruchtzucker vermehrt dazu gekommen ist, heißt das wirklich, dass der Absatz an Süßwaren (ob flüssig oder fest) über die 30 Jahre gleich geblieben ist?)

  • Wir verbrauchen gemäß dem Max-Rubner-Institut (Nationale Verzehrsstudie II) nich mehr Kalorien als in den letzten Jahrzehtnen, eher sogar weniger.

(Ist der Anteil der Lebensmittelwerbung in dieser Zeit wirklich gestiegen oder gleich geblieben? Sind durch Handy und andere technische Errungenschaften die Werbezeiten für Lebensmittel nicht geringer geworden, weil jetzt mehr für Technik geworben wird? Und ist es nicht wichtig, welche Form die Kalorien haben, ob sie uns gut satt machen oder nur den Appetit anheizen und uns süchtig nach bestimmten Zusatzstoffen machen?)

So könnte jedes der Argumente genau durchleuchtet und hinterfragt werden. Am einfachsten jedoch wäre es einfach auf die Verkaufszahlen für Süßwaren zu schauen, um zu erkennen, ob mehr konsumiert wurde oder nicht. Leider stand davon nichts im Artikel.

Meine persönliche Meinung ist, dass Kinder nicht viel mehr Süßwaren essen als noch vor 30 Jahren, als ich ein Kind war. Doch ob wir damals „gesünder“ gelebt haben? Das wage ich zu bewzeifeln. Chips, Schokoriegel, Eis – das alles gab es schon damals und wir haben es geliebt. Manche von uns blieben dünn, andere wurden dick und das hing sicher nicht eins zu eins mit der Menge der Leckereien zusammen.