Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Heute morgen bin ich über diesen Blogbeitrag von Futura 99 gestoßen.

Anna und Bertha (zwei fktive Figuren) beobachten, wie ein schlanker Mann und eine dicke Frau im Supermarkt einkauften. Genau nach Klischee nämlich, die Frau Fleisch und Süßes, der Mann Zutaten für ein Muesli (oder Ähnliches). Beide bezahlten das gleiche, nur hat die Frau für ihr Geld weit mehr Nahrungsenergie eingekauft.

Der Rückschluss des Artikelschreibers war, dass die dicke Frau das Essen für dicke Kinder gekauft haben muss und der schlanke Mann reich sein muss, weil er sich leisten kann für so viel Geld Dinge zu kaufen, die ihn allein nicht satt machen werden.

Endfazit: Hartz IV sei das Programm, das eine Menge Leute zum Konsum von Billigwaren zwingt, also auch zu billig hergestellten Lebensmitteln, die alle zwangsläufig dick machen. Damit stütze der Staat den Absatz minderwertiger Produkte, er sichert damit den Absatz der Discounter und ihrer Lieferanten.

Glauben Sie, Futura 99 hat Recht?

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Lieber blind als dick?

„Wenn Sie wählen könnten: Wären Sie lieber blind oder fettleibieg?“ Diese Frage stellten amerikanische Wissenschaftler vor einigen Jahren einer Gruppe von extrem fettleibigen Menschen, die gerade abgenommen hatten. Deren Antwort viel ziemlich eindeutig aus. Fast neun von zehn Befragten wollten lieber ihr Augenlicht verlieren, anstatt wieder auf das Ausgangsgewicht zurückgeworfen zu werden. Eine Begründung für diese erschütternde Antwort lautete: „Wenn man blind ist, wollen einem andere Menschen helfen. Aber niemand hilft dir, wenn du fett bist.“ („Irrtum Übergewicht“ von Johannes Hebebrand und Claus Peter Simon, S. 56)

Wie würden Sie sich entscheiden, wenn Sie sehr dick wären und man Ihnen diese Frage stellt? Was würden Sie noch opfern, um der Grausamkeit zu entgehen mit der die Gesellschaft, die Medien dicke und vor allem sehr dicke Menschen behandeln? Zehn Lebensjahre? Zwanzig? Den rechten Arm? Die Fähigkeit zu laufen?


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Alle Jahre wieder… Neujahrsvorsätze

Gehören Sie auch zu den Menschen, die den Beginn eines neuen Kalenderjahres nutzen, um mit Schwung etwas zu verändern.

Reihum sind ja die Blätter voll mit Artikeln über die Neujahrsvorsätze der Leser und Leserinnen.

Gewicht abzunehmen gehört zu den am häufigsten genannten Vorsätzen.

Fasst man diesen Vorsatz, ist der erste Jänner und das Festtagsessen im Kreis der Familie schon verdorben. Entweder man isst, wie und was man mag und hat ein schlechtes Gewissen oder man entsagt und nagt an einem Salatblatt, ist hungrig, schlecht gelaunt und nervt sich und alle ringsum.

Wenn Sie einen Neujahrsvorsatz fassen möchten, warum nicht einen, der sie und ihre Umgebung glücklicher macht, wie zum Beispiel:

+ einmal am Tag jemanden richtig herzlich anlächeln, auch wenn der Tag nicht so erbaulich war.

+ einmal in der Woche ein langes Telefonat mit einem lieben Menschen führen, den man so selten sieht und trifft.

+ sich jeden Tag mit Spaß am Essen und gesundem Appetit hinsetzen und sich beim Essen soviel Zeit lassen, wie man will, egal was sonst noch anliegt oder ob andere drängeln.

+ sich einmal am Tag eine Viertelstunde Zeit nehmen, nur um die Katze zu streicheln und sich dabei vom Schnurren einlullen zu lassen.

++++ Ihnen fallen sicher einige Vorsätze ein, die Ihren persönlichen Alltag schöner und angenehmer gestalten und die sie ohne große Mühe umsetzen können.  Greifen Sie zu und kippen Sie den Vorsatz „Ich will Diät machen und abnehmen“ für 2013 in die Tonne. Sie werden sehen, wieviel Spaß das macht.


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Die Macht der Bilder

Native Fijian

„…we have been seriously unerestimating the impact that visual culture has on us. In 1995 TVwas first introduced to Fiji showing many imported US shows. In 1998 only three years later, 11,9% of the teenage girls were hanging over the toilet bowl with bulimia, a previously unkown behaviour. „

„… wir haben die Macht des Eindrucks unterschätzt, die eine visuelle Kultur auf uns ausübt. In 1995 wurde das Fernsehen auf Fiji eingeführt und zeigte viele importierte US Sendungen. In 1998, nur drei Jahre danach, hingen 11,9% der Mädchen mit Bulimie über den Toilettenschüsseln, ein bis dahin unbekanntes Verhalten.“

(Susie Orbach: “ Fat is a Feminist Issue“ Seite xiii)

Daher haben es Bücher so schwer, gegen Bilder zu argumentieren, auch wenn sie Zahlen vorlegen können, die beweisen, dass die Bilder trügen. Das Fernsehen hat damit auch eine Verantwortung, die es zugunsten der Einschatlquoten gern vernachlässigt. Es ist daher an uns, Konsumenten, Sender daran zu erinnern, dass wir nicht das dumme Glotzvolk sind, für das sie meinen, Junk drehen zu müssen.

Also gar nicht erst einschalten, wenn wieder eine „Wir-führen-Dicke vor“-Sendung kommt und bei Diskussionsrunden, wo dünne Moderatoren meinen, sich mit veralteten Ansichten profilieren zu können, den Sender mit Protestmails und -anrufen eindecken, bei Castingshows auf die Stimme und nicht auf die Figur wert legen, im Freundeskreis und im Netz die Verlogenheit der Bilder zur Sprache bringen  usw…  Auch wir haben Macht, aber nur, wenn wir zusammenhalten und uns trauen.


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Hostess Sno Ball

„Für die Zeitspanne, in der ich vier oder sechs Sno Balls aß, hatte ich lockiges Haar, Beine so lang wie die von Madi Isaac, und meine Eltern himmelten sich bei Picknicks am Lake Gorge an, wo wir kurstenlose Sandwiches mit Eiersalat aßen. Ich wandte mich aus den gleichen Gründen dem Essen zu, aus dem andere Leute sich Gott zuwandten: Es war mein Seufzer der Ekstase, mein Weg zum Himmel, mein konkreter Beweis dafür, dass es möglich war, dem Leid des Alltags zu entfliehen.“ (Geneen Roth: Essen ist nicht das Problem. Seite 28)

Erleben Sie es auch, dass Ihnen ein Lebensmittel (eine bestimmte Süßigkeit) beim Essen eine Entrückung aus den Sorgen, dem Stress des Alltags verschafft? Ich erlebe es ab und an des Abends, wenn ich sehr müde bin, mich aber die Gedanken nicht zur Ruhe kommen lassen.


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Sich gegen die unteren Schichten abgrenzen

„Wie alle neu entwickelten Körperkonzepte, diente auch dieses  dazu, die Eliten von den darunter liegenden Schichten abzugrenzen. Diese besaßen keineswegs die geforderten glatten und geschlossenen Körper und auch nicht die Absicht oder die Fähigkeit, ihre Affekte zu zügeln. Konzepte der Zivilisiertheit dienen im Übrigen bis heute dazu, höhere Gruppen gegen die nachdrängenden unteren abzugrenzen.“ (Helene Karmasin: Wahre Schönheit kommt von aussen. Seite 27)

Das Konzept stammt nach der Autorin vom Beginn der Neuzeit. Es hat mehrere hundert Jahre überdauert und noch heute werden in den Medien die dicken Menschen gern generell als unbeherrscht und schwach, als unzivilisiert und proletenhaft dargestellt.

Doch da eine Änderung des des  Körpervolumen nicht so einfach ist wie der Kauf eines neuen Sportwagens,  hadern bei den Männern jene aus den obern Schichten anscheinend mehr mit ihren Kilos als andere.


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Aber jetzt noch nicht

„Mein Mann behandelt mich so schlecht“, klagt eine füllige Ehefrau ihrer Freundin ihr Leid. „Lange halte ich das nicht mehr aus. Mir ist schon derart der Appetit vergangen, dass ich immer dünner werde.“

„Mensch, warum verlässt du ihn denn dann nicht?“, fragt die Freundin entrüstet.

„Das will ich ja machen“, erwidert die Frau, „aber jetzt noch nicht. Ich wart noch, bis ich 55kg wiege.“

(Renate Göckel: Warte nicht auf schlanke Zeiten.  2002. Seite 68)

 

Wären Sie bereit, schlechte Behandlung in der Partnerschaft zu erdulden, quasi als „Diätmittel“, bis Sie vor lauter Ärgern und sich Grämen dünn geworden sind?