Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Es geht nicht ums Gewicht, es geht um die Gesundheit und die Fitness

Die Waage als Maßstab für die Einordnung der Menschen in gesund und krank hat ausgedient. Der Meinung bin nicht nur ich sondern auch Winfried Banzer, Experte vom Institut für Sportwissenschaften in Frankfurt. Seiner Erfahrung nach, die er mit Studien (welche in dem Artikel leider nicht genauer genannt werden) unterstreicht, hat ein Drittel der Normalgewichtigen Stoffwechselstörungen, die man unbesehen sonst nur dicken Menschen zuordnen würde, während wiederum ein Drittel der dicken Menschen keine Stoffwechselstörungen aufweist, die eigentlich zum Pflichtprogramm für Adipositas gezählt werden.

Wilfried Banzer weist darauf hin, dass man mit dem BMI einfaches Unterhautfettgewebe nicht von dem gefährlicheren Fett im Bauchraum selbst unterscheiden kann. Und dieses Fett, das sich um die Organe wickelt ist seiner Ansicht nach gesundheitlich bedenklich und kann auch bei optisch nicht dicken Menschen vorhanden sein.

Ob die von vielen bejubelten positiven Effekte von Diäten auf Cholesterin und Blutdruck auch langzeitig vorhanden sind, oder ob der Körper wieder zu seinen alten Werten zurückehrt, wenn er sich an das neue Gewicht gewöhnt hat, wurde seiner Meinung nach offenbar viel zu wenig untersucht.

Dass Wilfried Banzer in seinem Arbeitsumfeld den Schwerpunkt auf Fitness legt, ist nicht verwunderlich. Sein Talk-Test ist wirklich einen Versuch wert:

Laufen sie ein Stockwerk hoch und unterhalten Sie sich dabei. Wenn sie so außer Puste sind, dass sie nach Luft schnappen müssen, wird es Zeit, etwas für die Ausdauer zu tun. Es geht nicht darum, sich stundenlang zu mühen und am Ende nur noch vor Erschöpfung umzukippen, es geht um ein Mindestmaß an Bewegungsfähigkeit, Kraft und Ausdauer.

Wilfried Banzer empfiehlt 3×30 Minuten Ausdauersport und ein bis zweimal Krafttraining.

Wer dafür grünes Licht vom Arzt bekommt, also gesund genug dafür ist, sollte jetzt nicht den Kopf schütteln. Ausprobieren kann nicht schaden, wenn man es nicht übertreibt.

 

 


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Das hat der US-Arzt Dr. Jeffrey Life sicher nicht im Sinn, wenn er Männern rät, sich von Kohlenhydraten fern zu halten und sich Muskeln anzutrainieren. Sein Foto auf dem Buchcover seines Verkaufshits „The Life Plan“ ist entweder sehr gute Photoshoparbeit oder beste Werbung für sein Fitnesstudio.

Kommentare bei Amazon weisen darauf hin (und geben gleichzeitig viele Sternchen für das Buch), dass Dr. Life auch Wachstumshormone konsumiert hat. Wer in den USA zu Eiweißprodukten rät und damit auch Steak meint, muss diese nicht mal spritzen, fürchte ich, denn so wie bei den Mastbetrieben die Tiere behandelt werden, stecken die Hormone bestimmt auch im Fleisch mit drin.

Testosteron ist sicher wichtig, wenn man Muskeln wie ein geölter Gugelhupf haben will. Dr. Life hat das Glück, dass seine Gesundheit den hohen Testoteronwert aushält. Dieses Glück (und die nötigen Gene für Langlebigkeit) haben nicht alle Männer, wenn man ein bisschen hinter das Thema „Testosteron und Lebenserwarung“ googelt. Wofür, außer für die persönliche Eitelkeit, sind solch ausgeprägt Muskeln überhaupt notwendig? Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer sind wertvoll, dafür braucht man jedoch keine Mr. Universum Muskelpakete.


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Dicke Kinder stärken

Viele von uns kennen es nur zu gut. Das Gefühl, in einer Gruppe unerwünscht zu sein, weil wir nicht den „Erfordenissen“ entsprechen.

Besonders schmerzhaft ist es für Kinder zu erleben, dass sie nicht dabei sein dürfen, weil sie optisch nicht dazupassen oder nicht die erforderliche Leistung bringen.  Die Gruppe, um die es geht, sind Sportvereine und Sportclubs an Schulen.

Ein dicker Junge möchte Fußballspielen. Eigentlich sollte da jeder Beifall klatschen, denn Bewegung wird ja von dicken Kindern gefordert. Doch der Trainer will ihn nicht spielen lassen, weil er nicht rasch genug dem Ball hinterher rennen kann. Ein Fußballverein, selbst wenn es der Nachwuchs ist und keine Ligamannschaft, ist dem Erfolgsdruck unterworfen und da kann der Trainer niemanden brauchen, der die Leistung des Teams schmälert.

Ähnlich sieht es in vielen anderen Vereinen aus. Wo immer die „Mannschaft“ eine Erwartung erfüllen muss, Wettkämpfe zu bestehen sind, da ist der Spaß am Sport zweitranigig. Und unter die Räder kommen vor allem die dicken Kinder.

Wundert es da noch, dass  sich kaum ein dickes Kind traut, seinen Trausport auszuüben? Verspottet im Freibald und im Hallenbad, ausgegrenzt beim Mannschaftssport.

In der Wangener Reha-Klinik wird mit einer fünf- bis sechswöchigen Tour versucht, dicke Kinder aufzubauen, ihnen den Spaß an Bewegung und vielseitige Ernährung näherzubringen, wie in diesem Artikel hier zu lesen ist.

Dieser Ansatz kann sicher jenen Kindern helfen, die wirklich aus Frust essen oder nur JunkFood kennen.  Essen lernen und sich viel bewegen wird genau bei dieser beschränkten Zielgruppe sicher für eine Gewichtsabnahme sorgen, so wie viele Kurprogramme helfen, solange sie andauern.

Was Hoffnung gibt, dass die Kinder auch im Alltag nicht mehr so allein gelassen sind mit ihrem Frust und ihren Enttäuschungen, ist die Erwähnung eines Netzwerkes, das aktiviert wird und die Kinder auffängt, wenn sie wieder in den Alltag zurückkehren.

Dass angesichts zahlreicher Sendungen auch auf den primären Unerhaltungskanälen, wo man dem Übergewicht den Kampf ansagt, es immer noch nötig sein soll, Eltern zu schulen, wundert mich etwas. Sollte es wirklich noch Eltern da draußen geben, die nicht wissen, dass große Mengen von fettigem, salzigem, süßem Fertigprodukten keine optimale Ernährung für Kinder sind?  Es ist bedauerlich, dass in dem sonst sehr  verständnisvollen Ton des Artikels dann wieder die Nadelstiche längst bekannter Vorurteile verteilt werden. So sind die Eltern schuld, die ihr Kind nicht richtig ernähren, so sind es wieder die unteren Schichten, die nur vor dem Fernseher sitzen, weswegen die Kinder sich nicht bewegen wollen usw…

Wo bleibt die Forderung, dass der Sport gerade für Kinder und Jugendliche mehr auf Gesundheit und Spaß und weniger auf Leistung ausgerichtet sein soll?  Wo bleibt die Forderung, dass die Trainer, die Sportfunktionäre und die verantwortlichen Politiker genauso zu einer neuen Haltung finden müssen, wie es das Reha-Camp von den Kindern und Eltern erwartet?

Es ist richtig, zu kritisierien, dass dicke Kinder von Sportvereinen ausgegrenzt werden. Doch zeitgleich müsste man auch überlegen, was dagegen getan werden könnte.

Die Erzieher, die Sportlehrer in diese Richtung sensibilisieren wäre ein Schritt.

Die Geldtöpfe für Sportvereine für Nachwuchsarbeit nicht an Medaillien und Pokalen festzumachen, sondern an deren Integrationsleistung auch für dicke und aus anderen Gründen ausgegrenzte Kinder wäre ein anderer.

Doch welcher Politiker wäre bereit, dieses heiße Eisen anzufassen?


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Genusswandern (und die Waage darf nicht mit)

Ich muss gestehen, ich war ein Bergmuffel. Wandern gehörte nicht zu meinen bevorzugten Bewegungsarten. Dabei ist Vorarlberg ja ein Paradies für Wanderfreunde, wir haben sehr schöne Berge, Routen von unterschiedlichen Schwierigkeiten, Seilbahnen mit wundervoller Gondel-Aussicht, Stauseen,Bergseen, Berghütten, Almen (mit und ohne Kühe) usw…

Meine ganz persönliche Abneigung gegen das Wandern hat eine Geschichte. Was mir die Freude (die ich als Kind in den Bergen hatte) vergällte, war vor allem meine Allergie gegen verschiedene Pollenarten, die in der Pubertät begann. Wenn man ständig mit rot laufender Nase und tränenden Augen Luft bekommen muss, weil es steil bergauf geht, ist das weniger lustig.  Als ich zunehmend dicker wurde, wurde auch das Wandern zunehmend mühsamer. Geschwollene Unterarme und Knöchel inklusive. Dazu bin ich eigentlich ein Sonnenmeider (helle Haut, ein Fall von Melanom in der nächsten Verwandtschaft) und auf den Bergen ist der Schatten oberhalb der Baumgrenze rar.  Sonnenschirm geht nicht, da ich beide Hände frei haben muss (wenn es dann über Wurzeln und Steine abwärts geht) und Hüte der passenden Größe wehte es immer davon und außerdem, passt höchstens ein Tirolerhut in eine Almhütte, aber kein Sonnestrandmodell, oder?  Des weiteren entwickelte ich eine Art Höhenagst, nicht dass ich nicht über eine Brücken gehen und über das Geländer schauen könnte, ich entwickelte ein Unbehagen vor steil abwärts Strecken, wo ich kein Geländer zum Festhalten hatte.

Soweit so ärgerlich. Ich mag es absolut nicht, wenn ich durch äußere Umstände daran gehindert werde, etwas zu tun, das ich vielleicht doch irgendwann tun möchte.

Also habe ich versucht, die Hindernisse zu verkleinern, um freier entscheiden zu können, ob ich jetzt den Berg hoch will oder nicht.

  • Durch das mehr an Bewegung, durch das Fitnesscenter, Wii Fit und anderem hat sich das Problem mit den geschwollenen Armen verbessert.
  • Dadurch, dass ich jetzt viel mehr Wasser trinke als früher, vertrage ich auch die Hitze inzwischen deutlich besser (das habe ich die letzten Tage bemerkt, als die Schwüle wie eine Bleidecke auf allem zu liegen schien).
  • Seit einer Weile bin ich beim HNO Arzt wegen meiner Allergie in Behandlung, um mich Desensibilisieren zu lassen und dank des Nasensprays (der meine Schleimhaut nicht ausgetrocknet hat), bekomme ich auch in der Pollenzeit wieder ausreichend Luft.
  • Wanderstöcke und neue Wanderschuhe (inzwischen eingelaufen) vermitteln mir mehr Sicherheit beim Abwärtslaufen, zudem suche ich die Strecken kritischer aus.
  • Mehr Schattenwanderungen sind ein Mittel gegen das Sonnenproblem, dazu kommt ein breitkrempiger Hut mit Gummiband fürs Kinn, damit er nicht wegfliegt, und der Gelassenheit, dass es mir egal ist, was andere denken, wenn ich damit auf der Alm herumlaufe.

Fazit: ich bin immer noch kein Müller, dem das Wandern eine Lust ist. Aber wenn ich möchte, dann kann ich meinen Rucksack packen und los geht es.

Eine Wanderung, die mir große Lust machen würde, ist diese hier. (Lassen Sie sich nicht vom Titel abschrecken). So eine Genusswanderung müssten sie im Ländle auch mal anbieten.

Haben Sie schon einmal so eine Genusswanderung gemacht?


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Als Bewegung noch Freude machte – Sporttipps

Wann immer ich mit dem Thema Bewegung komme, gibt es LeserInnen, die innerlich seufzen oder die Arme verschränken. Nicht schon wieder. Immer dieses Vorurteil. Dicke sind nicht faul.  Natürlich nicht. So ein Pauschalurteil wäre völlig daneben.

Es gibt unter allen Menschen solche, denen es beim Wort „Sport“ die Haare aufstellt. Ich bin auch alles andere als „sportlich“. Ich gewinne kein Wettrennen oder Wettschwimmen und das Seil im Turnsaal hochzuklettern ist nach wie vor ein Alptraum.

Dennoch. Ich bewege mich gern. Nicht wie der Blitz und auch nicht zu jeder Tageszeit.

Doch ich wette, im Leben jedes Menschen, egal wie dick oder dünn, wie schwach dieser Mensch heute ist, gab es eine Zeit, an der Bewegung spannend war.

Schließen Sie die Augen und gehen Sie zurück. Als Sie das Krabbeln lernten, als Sie die ersten Schritte machten, das erste Mal Dreirad fuhren, im aufblasbaren Schwimmbecken plantschten… Es gab diese Zeit, da war Bewegung, ich nenne es mal „unschuldig“.  Sie war nicht behaftet mit einem Leistungsgedanken. Wenn jemand zusah, dann mit Stolz und Freude, dass diese Bewegung gemacht wurde, es zählte nicht WIE sie gemacht wurde.  Es kam nicht darauf an, am schnellsten zu krabbeln, auch nicht, dass man schnurgerade läuft. Es war egal, ob der Badeanzug im Platschbecken richtig saß und im Sandkasten spielte es keine Rolle, ob das Loch groß oder klein war, das man grub.

„Versauert“ wurde diese Erfahrung erst durch den Wettbewerb. Wenn es schneller, stärker, besser sein muss ….  und wenn man als Mädchen dabei auch noch „hübsch“ sein muss. Wenn die Äußerlichkeiten den wahren Wert der Bewegung auffressen, ist die Freude bei vielen dahin.

Mir ist es gelungen, mir diese Freude zurückzuholen. Ich werde nie die beste in irgendwas sein oder besonders gut dabei aussehen. Das ist mir schnuppe. Ich tu es, weil ich es tun kann. Im Gegensatz zu kranken, bettlägrigen Menschen, zu Menschen, die zu schwach sind oder die im Rollstuhl sitzen. Und ich bin verdammt dankbar dafür.

Wenn auch Sie sich nicht länger von Leistungsdruck, Abnehmzwang und optischen Vorurteilen die Freiheit der Bewegung vermiesen möchten, hier habe ich einen Link mit interessanten Sporttipps für Menschen gefunden, welche Angst haben, dass ihre Gelenke zu stark belastet werden.


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Auch dicke Menschen haben Spaß an Sport

Heute bin ich auf einen eigentlich sehr positiven Artikel über mollige Menschen (die Aussagen passen aber auch zu dicken Menschen) gestoßen, die Spaß am Sport haben. Mit im Artikel sind ein paar nützliche Tipps verpackt, die ich aus eigener Erfahrung nur unterstreichen kann.

Ich habe mich mehrmals ertappt, dass ich zustimmend genickt haben, vor allem zu zwei Punkten:

1. Der Antrieb abzunehmen ist der schlechteste Ratgeber, um mit Sport zu beginnen, denn dann wird der Sport nicht als Vergnügen, sondern als Zwang erlebt-

2. Viele Menschen, die schon als Kinder dick waren verbinden mit Sport den Gedanken an Qualen, Mühen, Demütigungen und vor allem Misserfolge. Nicht wenige dicke Kinder leiden sehr darunter, dass sie nicht nur von den Klassenkameraden  ausgelacht sondern auch von den Lehrern vorgeführt werden.

Es wäre doch schön, wenn alle, egal ob dick oder dünn, mit Sport positive Erinnerungen verknüpfen könnten, zum Beispiel:

— dass sich Anstrengung lohnt, weil man jedesmal ein klein wenig besser ist als davor und das allein ist Anlass für Lob und Bestätigung. Keiner muss der Schnellste sein, es ist gut, wenn jeder so schnell läuft wie er kann und dabei jedesmal seine eigene Grenze erweitert.

— dass Teamgeist bedeutet, dass das Team sich gegenseitig stützt und nicht die weniger Guten als lästige Kugel am Bein empfindet

— Sport ist nicht Krieg

— nicht jeder kann in allem gut sein, aber es soll Spaß machen, alles einmal ausprobieren zu dürfen

Leider ist vielerorts der Schulsport nicht in Richtung Breitensport ausgelegt, sondern viel zu sehr auf Wettbewerb getrimmt, wo der Verlierer am Ende den Spaß an der Sache verliert. Und das kann nicht der Sinn dahinter sein. Sport als solcher sollte von der Notengebung befreit werden und nur jene, die an speziellen Leistungskursen teilnehmen, bekommen diese dann im Zeugnis vermerkt.

 


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Heute habe ich auf der Webseite von short news einen kurzen Artikel mit Videolink zu einem Dribbelkünstler entdeckt, der auf einem Parkplatz voller Autos mit zwei Wänden als Hilfe den Ball in Bewegung hält. Eigentlich nichts Besonderes, denn diese Art von Dribbelkunst ist bei Jugendlichen sehr beliebt. Warum es zu einer „besser als Maradona“ – Newsmeldung gereicht hat, ist (traurigerweise) der Umstand, dass der Dribbler weder jung noch dünn ist, sondern ein 50Jähriger mit deutlichen Rundungen.  So positiv es ist, dass hier einmal ein älterer, dicker Mann sportlich im Mittelpunkt steht, die Werbeeinblendungen rings herum (und besonders jene, wenn man auf das Video klickt) suggerieren nach wie vor, dass man vor einem eines muss abnehmen, abnehmen, abnehmen….

Trotzdem schauen Sie sich das Video an, der Waliser kann wirklich gut mit dem Ball umgehen, auch wenn er ab und an seinen Oberköprer und seine Schultern zu Hilfe nehmen muss, was mich weniger an Fußball als an Rythmische Sportgymnastik erinnert. Ich jedenfalls könnte das keineswegs so gut und alle dünnen Leute, die ich kenne, auch nicht.