Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Warum nur 69? Spezialsitze für sehr dicke Zuschauer bei der WM in Brasilien

Medien zufolge sind mehr als 17% der Brasilianer fettleibig, also sehr dick und das kann sehr ungemütlich werden, nicht nur im Flugzeug, wo sehr dicke Menschen schon mal zwei Sitze brauchen, sondern auch im Kino, im Theater und eben auch im Fußballstadion. Nun gelten sehr dicke Menschen in Brasilien als körperlich gehandicapt, weil sie durch ihr Gewicht in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Um auch diesen brasilianischen Fans das Erlebnis Fußball WM Live zu ermöglichen, werden für die WM jetzt Spezialsitze in jedes Stadion eingebaut. Diese Sitze sind 80 cm breit, die restlichen Sitze im Stadion haben lediglich eine Breite von 40cm.

Eigentlich eine sehr gute Sache, die sehr dicken Fans erlaubt, bequem ihren Favoriten zuzujubeln, zusammen mit vielen anderen Fans, dazuzugehören.

Leider sind diese Sitze für Brasilianer reserviert, also haben z.B. sehr dicke deutsche Fans keine Chance, diese Tickets dafür zu erwerben. Zudem müssen die brasilianischen Fans ihren Umfang ärztlich nachweisen (vielleicht um zu verhindern, dass ein dünner Mensch mit ausgestopften Kleidern sich diese Tickets krallt?) und, was in meinen Augen das größte Manko ist, es werden nur 69 Sitze pro Stadion so gebaut. In meinen Augen sind das viel zu wenige, denn 17% von zigtausend Fans, die ein Stadion passen, müssten viel mehr sein, als nur 69. Schließlich werden die Stadien nach dem Ende der WM ja von Einheimischen weiter benützt und dann sitzen kaum noch ausländische Touristen drin, die bei der Sitzzahl jetzt sicher weggerechnet würden.

Ich würde mir sehr wünschen, dass überall, wo bei Veranstaltungen und Vorführungen gesessen wird, es Spezialsitze für sehr dicke Menschen gibt, damit diese sich nicht vom gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen fühlen müssen.

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So lasset uns fürs Schlanksein bibbern. Kälte, braunes Fett und Darmbakterien

Man ist sich nie einig. Die Wissenschaflter, meine ich. Einerseits wurde gerade vor kurzem die (Wieder-)Entdeckung von braunem Fett gefeiert und die Tatsache, dass es Energie verbraucht statt nur zu horten und dass es bei Kälte besonders aktiv ist. Sogleich fand man gute Tipps wie:

  • die Heizung runterdrehen
  • Sport im Freien machen, auch im Winter
  • kalte Duschen
  • Kryotherapie

Für das letztere gibt es übrigens richtige Kältesaunen. Im Winter geht es einfacher, man lege sich im Bikini in den Schnee…. –> Nebenwirkungen wie Erkältungen nicht ausgeschlossen.

Wer lieber nicht bibbert, für den gibt es auch schon die passende Gegen-Studie (welche auch die Frage beantworten könnte, warum Eskimos trotz des Lebens in der Kälte nicht so dünn sind wie manche Maratholäufer aus dem heißen Afrika). Für diese haben Taichi Suzuki von der University of California in Berkeley und Michael Worobey von der University of Arizona in Tucson Daten anderer Studien gesichtet (das ist sehr beliebt, weil man nicht selbst mit Menschen, sondern nur mit Daten zu tun hat). Kurz zusammengefasst:

Im menschlichen Darm sind unterschiedliche Bakterien für das Aufspalten der Nahrung verantwortlich. Ein Stamm, die Firmicutes, macht besonders gute Arbeit und vor ihnen sind nicht einmal die als unverdaulich gepriesenen Ballaststoffe sicher.  Je mehr Firmicutes jemand im Darm hat, desto mehr gewinnt er aus jedem Bissen Nahrung. (Sie kennen vielleicht die Seufzer „Ich nehme selbst von Salat noch zu“  – und dass muss nicht an der Salatsauce liegen).  Die Bacteroidetes wiederum sind längst nicht so effektiv, wer viel von denen hat, der kann offenbar futtern was das Zeug hält und nimmt längst nicht so viel zu wie ein Mensch mit vielen Firmicutes.

In kalten Gegenden möchte der Körper natürlich sein Heizungsmaterial nicht verschwenden, sondern gut ausbeuten, weswegen, laut dieser Studie, in kalten Regionen besonders viele Menschen mit einer reichen Firmicutes-Population im Darm leben.

Ob ein  Umzug in wärmere Regionen das Gegenteil bewirkt, stand nicht in dem Artikel. Aber da die Bakterien-Theroie zu Übergewicht ja nicht neu ist, gibt es schon länger Vorschläge, wie man die weniger effizienten Bacteroidetes vermehren und die fleißigen Firmicutes reduzieren kann. Bevor Sie aber viel Geld in Pillen, Pülverchen, Tinkturen und Tees investieren, erkundigen Sie sich bei Ihrem Internisten, ob sich feststellen lässt, wie es um Ihre ganz persönliche Darmflora bestellt ist und welche Mittel wirklich Sinn machen.


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Macht Eiweißmangel dick?

Nachdem ich den Beitrag zum Thema  Eier essen geschrieben hatte, wunderte ich mich damals auch ein wenig darüber, dass die Versuchspersonen in diesem Fernsehbeitrag trotz der vielen Eier nicht zu- sondern sogar ein wenig abgenommen hatten. Nun bin ich über auf diesen Artikel in der Osnabrücker Zeitung gestoßen und finde darin eine mögliche Antwort.

Eiweiß. Eiweiß ist offenbar ein guter Sattmacher, besser als Nudeln, Brot und Reis. Ein Forscherteam von der Universität von Sydney hat 22 schlanke Menschen mit unterschiedlichen Eiweißportionen versorgt, gut versteckt im Essen, sodass die Leute nicht wussten, ob sie 10. 15 oder 25% Eiweiß zu sich genommen hatten.

Warum der Versuch mit schlanken Menschen? Vielleicht wollten die Forscher ausschließen, dass andere Faktoren den Hunger ihrer Versuchsmenschen mit beeinflussten und sichergehen, dass sie niemanden mit einem Stoffwechselproblem bei der Berechnung mit berücksichtigen mussten?  Vielleicht nur der alte Glaube, dass schlank zu sein bedeutet, dass alles im Körper im Lot ist? Oder sie fürchteten, dass dicke Menschen sich selbst strenger regulierten und daher weniger spontan auf Hungersignale ihres Körpers reagieren? Wer weiß.

Zurück zum Versuch selbst. Die 22 Versuchspersonen hatten nach dem Essen unterschiedlich schnell wieder Hunger. Jene, die nur 10% Eiweiß bekommen hatten, griffen bereits nach ein bis zwei Stunden wieder nach herzhaften Snacks (und nahmen damit 14% mehr Kalorien zu sich) während jene mit 15% und jene mit 25% Eiweiß auf dem Teller etwa gleich lang satt waren. Der Körper, so schloss das Forscherteam von der Universität von Sydney, versuche den Eiweißmangel auszugleichen indem er zu Nahrungsmitteln greife, in denen er Eiweiß vermute. Und da wir in der Anfangszeit als Jäger, Sammler und Fischer unseren Eiweißhunger hauptsächlich mit nichtsüßen Nahrungsmitteln stillten, bewirkt Eiweißmangel also eine Gier nach herzhaften Lebensmitteln, auch wenn diese wie Chips aus Fett, Salz und Kohlenhydraten bestehen.

Eiweißmangel könnte somit einer (von vielen) Faktoren sein, der bewirkt, dass Menschen mehr Kalorien aufnehmen als ihr Körper wirklich braucht. Eiweißreiche Ernährung löscht andere Einflussfaktoren nicht aus, seien das Stoffwechselstörungen, Schlafmangel,  negativer Stress, Kummer usw…  Es kann sehr wohl sinnvoll sein darauf zu achten, dass man die Eiweißaufnahme nicht vernachlässigt, gerade wenn man als tierliebender Mensch geneigt ist, seinen Fleischkonsum moderat zu halten.

Aus meinem Umfeld kenne ich zwei Menschen, die es mit dem Eiweißkonsum ganz unterschiedlich halten. Ein Kollege von mir machte vor jetzt fast zwei Jahren den Schritt Richtung Bodybuilding, weil er mit seinem Aussehen absolut nicht mehr zufrieden war. Seitdem schleppt er Flaschenweise Eiweißdrinks mit sich herum, kocht sich Haferflocken mit viel Milch und ging sogar soweit, eine Weile lang, Kohlenhydrate aus seinem Speiseplan zu streichen. Er ist heute sehr muskulös und immer noch darauf bedacht, vor allem Eiweiß zu essen und zu trinken. Bislang hat es ihm nicht geschadet, und ich hoffe, dass seine Nieren das weiterhin verkraften.

Das komplette Gegenteil ist eine liebe, vegetarische Freundin von uns. Sie lebt in einer Nicht-Vegetarier-Familie und ist zu bequem, für sich selbst zu kochen. Ihre Eltern kochen für sie nicht immer ein komplettes Extragericht und wenn es Fleisch gibt, begnügt sie sich dann eben mit den Beilagen. Wenn ich sie zum Essen einlade und es z.B. ein Tofugericht gibt, ist ihr der Tofu darin das allerliebste. Sie liebt auch Rührei, Joghurtsauchen zu Tortillas und eben alles, das Eiweiß enthält. Sie hat einen richtigen Eiweißhunger.

Und ich? An mir selbst habe ich beobachtet, dass ich beim Kochen, wenn ich sehr hungrig bin, sehr wohl am liebsten vom Tofu nasche. Geräucherter Tofu, noch ehe er in der Soße landet, gewürzt und gebraten ist, schmeckt dann einfach wunderbar. Ich liebe auch hart gekochte Eier am Abend und hätte am liebsten ständig eine geräucherte Forelle im Kühlschrank als keinen Imbiss für zwischendurch.

Nun bringt das Bedürfnis des Körpers nach Eiweiß auch ein Problem mit sich, nämlich dass Eiweiß von allen Nährstoffen der teuerste ist. Pflanzliches Eiweiß kann unser Körper nicht so gut einbauen wie tierisches,weswegen die meisten Männer, die mehr körpereigenes Eiweiß in Schuss halten müssen als gleich große und gleich schwere Frauen, zu Hauptmahlzeiten lieber Fleisch als Sojabohnen essen. Nun ist tierisches Eiweiß ein sehr teures Nahrungsmittel, vor allem wenn es biologisch und ohne großes Tierleid entstanden sein soll und man auch noch den Klimaschutz mit berücksichtigen muss.  Wurstwaren mit viel Fett sind billiger als Wurstwaren mit hohem Eiweißanteil.

Für mich bedeutet es, dass ich den Anteil der Nahrungsmittelkosten an meinem Haushaltsbudget hinaufschrauben werde und dafür anderweitig Abstriche mache und vor allem immer ein Stück Räuchertofu und hart gekochte Eier im Kühlschrank habe, für den Eiweißhunger zwischendurch.

 

 


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Übergewicht und gesund? Neue Studie, weil einfach nicht sein kann, was nicht sein darf…

In den Gesundheitsmeldungen im Netz rauschte es in letzter Zeit wieder kräftig. Es gab neuen Rückenwind für alle Panikmacher, die Übergewichtige schon im Grab sehen, wenn diese auch nur fünf Kilo über dem Soll des geheiligten und angebeteten BMI liegen.

Produziert hat diese Studie Dr. Ravi Retnakaran, Medizinprofessor an der Universität Toronto. Für diese Studie hat Retnakaran keinen einzigen Patienten untersucht oder selbst befragt. Er und sein Team haben die Daten anderer Studien gesichtet und gewichtet und am Ende konnten sie verkünden, dass von 61.000 Menschen, die teilweise (!) bis zu 10 Jahre lang begleitet wurden, 24% der Menschen mit erhöhtem BMI ein erhöhtes Risiko für Infarkt und Schlaganfall gehabt hätten. Dieses Risiko hätte es auch gegeben, wenn die Übergewichtigen keinerlei medizinische Probleme (kein Diabetes Typ II, keinen Blutchodruck, kein Anzeichen von Herzkrankheiten) hatte. Sprich, allein das Gewicht war Schuld an Schlaganfall und Herzinfarkt.

Man fragt sich, was im Detail die Forscher wirklich herausfinden konnten.

War Übergewicht wirklich der einzige Faktor, der die Häufigkeit von Schlaganfällen oder Infarkten beeinflusste?

Waren alle untersuchten Menschen sonst in allen anderen wichtigen Bereichen identisch, was Lebensführung, Stress, Schlafryhtmus, Rauchen, Alter, medizinische Versorgung usw… betrifft?

Waren die genetischen Voraussetzungen gleichwertig, das familiäre Umfeld, die sozialen Komponenten?

Es ist einfach zu sagen, Frau A hat ein erhöhtes Risiko gegenüber von Frau B, weil Frau A bei gleicher Größe 10 Kilo schwerer ist, wenn Frau A siebzig und Frau B zwanzig Jahre alt ist, und noch vieles andere völlig anders ist als bei Frau B. Das Risiko dann auf den einzigen Faktor, nähmlich die 10 Kilos zu fokussieren ist einfach, macht viel Wind in den Medien und ist dennoch nicht wirklich hilfreich.

Warum hat Prof. Rentakaran gerade jetzt diese Studie veröffentlicht, die eigentlich keinerlei medizinisches Wissen verlangt, solange man Daten sortieren und (nach Gutdünken) gewichten kann?

Es geht wie immer um Geld, um viel Geld, das die bekommen, die viel Wind machen. In Kanada gibt es einen größeren Geldtopf für Forschung und Entwicklung. Und als der Minister of Research and Innovation Reza Moridi die 190 Millionen Kanadischer Dollar verkündete befand er sich in der edlen Gesellschaft von u.a. Prof. Jim Woodgett  vom Lunenfeld-Tanenbaum Research Institute und auf dessen Webseite ist Dr. Rentakaran als Associate Member gelistet. Will er also mitnaschen, muss er auf sich aufmerksam machen und da „richtige“ Studien viel Zeit kosten, ist es viel einfacher die Daten anderer von Mitarbeitern sortieren zu lassen und dann etwas zu verkünden, was bei Leuten wie Dr. David Katz vom Prevention Research Center der Yale University beklatscht wird und vor allem auch die Diätmittelgiganten unter den Pharmaunternehmen freut.

Während also sein Name durch den Blätterwald getragen wird, kann sich Dr. Rentakaran auf die Studie konzentrieren, die schon seit 2013 angepeilt ist, und sich mit Diabetes Typ 2 befasst und ein neues Medikament testet: eine tägliche Injektion von  liraglutide. Es wird Novo Nordisk freuen, dass ihr Medikament bald wieder einen neuen PR-Schub bekommt und ein etablierter und beklatschter Forscher wie Dr. Rentakaran es in den Himmel loben wird.  So hat es sich am Ende sicher gelohnt, ein paar alte Studien zu filtern und den Blätterwald aufzuscheuchen und übergewichtige Menschen in Panik zu versetzen.


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Schwangerschaft und die Angst vor dem Babybauch

Es ist längst soweit nur haben es die wenigsten sehen wollen. Viele Frauen, die „freudiger Erwartung“ sind, fühlen sich alles andere als freudig. In ihnen wächst nicht nur ein Kind, sondern auch die Angst, die Folgen der Schwangerschaft nie wieder los zu werden. Schwanger zu sein ist ohnehin eine hormonelle Achterbahnfahrt und gefühlsmäßig ein Chaos von Himmelhoch bis Höllendunkel. Dass es jetzt ein Stückchen dunkler geworden ist, verdanken wir Frauen dem grausamen Schlankheitswahn und der Manipulation der Medien. Dort sind die Prominenten schön schwanger, ihre Bäuche perfekt schön gerundet und ohne Streifen auf den Cover der Magazine zu sehen (Photoshop sei Dank) und kaum ist das perfekt schöne Kind auf der Welt, ist die Mama auch schon wieder dünn wie ein Model. Maximal wenige Wochen trennen die Geburt von der wundersamen Erschlankung der Mutter, die in den „normalen“ werdenden Mamas die Angst wachsen lässt, es eben nicht so gut hinzubekommen, das mit dem Abnehmen nach der Schwangerschaft.

Eine Vermutung, wie prominente Schwangere so rasch wieder dünn werden, ist, dass dank Kaiserschnitt die Kinder der Stars ein paar Wochen zu früh aus dem Bauch geschnitten werden, um der Mama die letzten Wochen und damit einen großen Teil der Gewichtszunahme zu ersparen. Zudem lässt sich der Bauch auch gleich ein bisschen straffen, wenn man ohnehin schon aufgeschnitten hat.

Ob das den Babies gut tut, danach fragen weder die prominenten Damen noch deren Ärzte. Show ist alles und wer nicht dünn ist, darf sich die Häme der Medien gefallen lassen. Da wird selbst die optimale Entwicklung der Kinder dafür geopfert.

Die nicht-prominenten Frauen haben jetzt das Problem, wie sie ihren Hochglanzvorbildern nacheifern können und leider beginnen viele bereits in der Schwangerschaft mit der Entwicklung von Essstörungen. Sie hungern, sie erbrechen sich, Bulimie ist ja gut versteckt unter der „normalen“ Übelkeit unter der Schwangere leiden.

Zwei sehr interessante und auch erschütternde Artikel und Meinungen zu diesem Thema gibt es in der SZ zu lesen.

Dumme Kommentare in der Schwangerschaft

Unguter Hoffnung