Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Worte, die nicht zusammengehören: Jugend dick faul dumm

Es gibt Artikel, die sollte man nicht verpassen. Und es gibt welche, da lohnt es sich nicht, diese zu kaufen.

Heute morgen bin ich über einen Artikel mit dem Titel „Deutschlands Jugend: Zu dick, zu faul, zu dumm“ gestoßen. Ich habe ihn nur anlesen können und wollte das Geld für den vollständigen Artikel nicht ausgeben, weil mich die Prämisse abgestoßen hat.

Der Artikel hängt sich daran auf, dass viele deutsche Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen. Jetzt könnte man daraus ableiten, dass sie zu wenig informiert sind, dass man die Berufsorientierungsphase vertiefen sollte und Berufsbilder im Unterricht stärker einfließen sollten, um die Entscheidung zu erleichtern.

Nix da. Wie die Überschrift verkündet, ist die Ursache offenbar eine andere. Weil viele Jugendliche dick sind, sind diese automatisch auch faul und dumm. Das ist vorschnell geurteilt und auch falsch geurteilt. Wenn ich in der Überschrift ein Fragezeichen entdeckt hätte, wäre ich noch versucht gewesen, den Artikel zu kaufen, denn anders kann ich ihn nicht vollständig lesen.

Somit aber ist mir das Geld zu schade. Falls Sie den ganzen Artikel lesen können und ich mich irre, lasse ich mich gern korrigieren.

So jedenfalls geht wieder eine Überschrift in die Welt hinaus, bei der jene wissend nicken, die schon immer der Meinung waren, dass man nur dick sein kann, wenn man faul und dumm ist. Schade.

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In dieser Sendung des WDR  wird darauf eingegangen, dass jeder Mensch einen individuellen Grundumsatz hat. Dass also nicht jeder bei gleicher Nahrungsaufnahme die gleiche Menge an Energie umsetzt.

Es ist ein Ansatz, der weiter geht, als das übliche: „Alle Dicken essen zuviel Chips“-Bashing  und dennoch geht er mir nicht weit genug. Es wird zuvieles ausgeklammert, das auch noch mit hinein spielt. Ob das psychische Ursachen sind, ob das bestimmte Krankheitsbilder oder Medikamente sind, das kommt nicht zur Sprache. Und schon gar nicht die Tatsache, dass es oft viele Dinge sind, die zusammen spielen und vieles davon sich nicht mit mehr Bewegung oder einer kontrollierten Mangelernährung beheben lässt.

Am Ende werden viele jener Zuschauer, die Chips ohne Ende essen können und nicht dicker davon werden denken, dass die Dicken dann eben ihre Kalorienzufuhr auf drei Salatblätter am Tag beschränken sollen und wo denn das Problem damit sei… wenn man seinen Umsatz kennt, kann man ihn leicht beeinflussen und wer das nicht tut, der ist eben selber schuld.

Der Beitrag hat seine interessanten Fakten, aber leider nicht genug davon. Was denken Sie?


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Egal, ob es in den Genen liegt… neue Medikamente gegen Übergewicht in Aussicht

Es ist ja positiv, dass Forscher immerhin auch in diese Richtung forschen, statt ausschließlich alte Vorurteile auf alle rundlichen Menschen anzuwenden.

Forscher der Universität Camebridge haben wie in diesem Artikel erwähnt herausgefunden, dass von 2000 untersuchten Menschen ein Prozent der Erwachsenen und zwei Prozent der Kinder unter einem genetischen Defekt leiden, der KSR2 genannt wird und dafür verantwortlich sein soll, dass die Betroffenen unter ständigem Hunger leiden und einen stark verlangsamten Stoffwechsel haben,

Soweit so gut. Schön ist auch, dass nicht gleich der Zusatz kommt: genau diese Menschen müssen Selbstbeherrschung lernen und ihren Stoffwechsel durch Sport ankurbeln und das Problem hat sich….

Statt dessen wird den Betroffenen Hilfe versprochen von der allgnädigen pharmazeutischen Industrie. Wenn man den Trigger kennt, kann man gegensteuern, meinen die Forscher. Doch diese wenigen Prozent Betroffener macht offenbar den Kohl bzw. die Bankkontos der Konzernbesitzer und ihrer Aktionäre nicht fett, daher gleich der in meinen Augen bedenkliche Zusatz, dass das entwickelte Medikament auch Menschen helfen könnte, deren Körpergewicht nicht von diesem Gen beeinflusst würde.

Es wird also wieder ein Wundermittel geben mit klangvollem Namen und großen Versprechungen, das wenigen wirklich zu helfen vermag, weil es genau deren Problem trifft und vielen nur die Gedbörse leichter macht und eventuell auch ihre Gesundheit gefährdet, weil es nicht auf ihre Ursachen zugeschnitten sein wird.

Klingt so, als müsste man sich beim Hausarzt am besten einem Gentest unerziehen, damit geklärt wird, ob man das Kontermedikament zu KSR2 überhaupt sinnvoll nutzen kann. Doch wer wird das schon tun? Ich fürchte, viele dicke Menschen sind viel zu verzweifelt, um eine von den Göttern im weißen Kittel beworbene schnelle Lösung kritisch zu hinterfragen.

Was folgen könnte ist, dass das Medikament wie viele Vorgänger auch, nach einer Weile aufgrund der Nebenwirkungen (bei jenen Menschen auf die es eben nicht zugeschnitten sein kann, weil sie das KSR2 Probelm nicht haben) vom Markt genommen wird.  Dann verlieren die wenigen Prozent, denen es helfen konnte, ihren Rettungsanker und jene, deren Gesundheit unter dem Medikament gelitten hat, werden auf den Folgen sitzen bleiben und zu hören bekommen, sie sollten einfach weniger essen und sich mehr bewegen ….


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Kelly Clarkson erwartet ein Baby – der Druck Hollywoods auf schwangere Stars

Kelly Clarkson ist eine starke junge Frau, energiegeladen und mit einer wunderbaren Stimme. Ihr Kampfgeist durchdringt auch ihre Musik, ich mag besonders ihren Song „What doesn’t kill you makes you stronger“ , der davon handelt, dass eine verlassene Frau aufsteht und ihren Weg weitergeht, anstatt dem alten Lover, der sie mies behandelt hat, nachzutrauern.

Vor kurzem machte eine frohe Nachricht die Runde auf Twitter. Kelly Clarkson erwartet ihr erstes Baby von ihrem Ehemann, dem Manager Brandon Blackstock ein Baby.

Da die Sängerin, die 2002 die Casting Show „America Idol“ gewann ist überglücklich darüber, wie sie im Magazin Parade in einem Interview erzählt. Sie erwähnt auch ihren neuen Weihnachtssong (man kann ihn auf ihrer offiziellen Webseite in einem Video sehen).

Ich käme nie auf den Gedanken, eine weibliche Figur wie die ihre als „dick“ zu bezeichnen, doch offenbar hat sie sich das oft anhören müssen, wie sie sagt. Nun ist sie glücklich darüber, endlich ein paar Pfund mehr bekommen zu dürfen, ohne gleich wieder von der Presse und der Öffentlichkeit beleidigt zu werden.

Mit dem Druck Hollywoods, dass schwangere Stars gleich nach der Entbindung wieder dünn sein müssen, kann sie locker umgehen, da sie ja vorher nicht als dünnes Vorzeigemodel galt.

Irgendwie traurig, dass man als Celebrity einen Grund haben muss, eine Entschuldigung, um nicht gleich medial abgestraft zu werden, wenn man nicht dünn ist. Dabei hat die Qualität der Stimme, die ja bei einer Sängerin das wichtigste ist, absolut nichts mit dem Gewicht zu tun.

Es ist irgendwie bezeichnend, dass, wenn man bei der Bildagentur Fotalia die Suchbegriffe „dick und glücklich“ eingibt, mehrheitlich fünf Sorten von Bildern die erste Seite besetzen:

  • Babys
  • Weihnachtsmänner und Weihnachtsmotive
  • Schlanke Frauen (vor allem solche in übergroßen Hosen)
  • Schweinchen und andere Tiere
  • schlanke Kinder (die auch essen dürfen)

… man möge sich darauf seinen eigenen Reim machen


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Heute morgen bin ich über diesen Blogbeitrag von Futura 99 gestoßen.

Anna und Bertha (zwei fktive Figuren) beobachten, wie ein schlanker Mann und eine dicke Frau im Supermarkt einkauften. Genau nach Klischee nämlich, die Frau Fleisch und Süßes, der Mann Zutaten für ein Muesli (oder Ähnliches). Beide bezahlten das gleiche, nur hat die Frau für ihr Geld weit mehr Nahrungsenergie eingekauft.

Der Rückschluss des Artikelschreibers war, dass die dicke Frau das Essen für dicke Kinder gekauft haben muss und der schlanke Mann reich sein muss, weil er sich leisten kann für so viel Geld Dinge zu kaufen, die ihn allein nicht satt machen werden.

Endfazit: Hartz IV sei das Programm, das eine Menge Leute zum Konsum von Billigwaren zwingt, also auch zu billig hergestellten Lebensmitteln, die alle zwangsläufig dick machen. Damit stütze der Staat den Absatz minderwertiger Produkte, er sichert damit den Absatz der Discounter und ihrer Lieferanten.

Glauben Sie, Futura 99 hat Recht?


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Alarm! Österreichs Kinder sind zu dick! – oder… wie man den richtigen Zeitpunkt wählt

Österreich ist in ein schwarzes Loch gefallen. Ein Budgetloch. Wir müssen sparen an allen Ecken und Enden. Die Schule wird Federn lassen, ebenso wie viele andere Bereiche.

Wer also Geld vom Staat möchte, tut gut daran das lautstark und öffentlichkeitswirksam anzumelden. Und am besten schon vorgestern.

Was also wäre von Seiten der Ernährungsexperten passender,  die Regierung daran zu erinnern, dass sie bitte gut finanziert sein wollen, als eine „alarmierende Studie“?

Die „Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin“ hat jedenfalls die richtigen Zahlen aus dem Hut gezaubert und in allen Medien Alarm geschlagen. Im Radio tönte es gestern über Ö3, und in den Printmedien wie dem Standard ist es auch nachzulesen.

Die großangelegte, einmalige Studie umfasste die unfassbare Zahl von vier (vier!) Wiener Schulen mit 146 Kindern.  Wow! Also sind die Burgendländer Kinder und die Kinder aus dem Tirol zu dick, weil man in Wien vier Schulen gemessen und gewogen hat. Das nenne ich mal eine solide Aussage.

Sage und Schreibe 51% essen nur einmal am Tag Gemüse. Also Brokkoli zum Frühstück müsste schon drin sein, oder?  (Wie hat man die Schüler gefragt? Warum kommt Obst nicht zur Sprache? – die berühmten 5x am Tag beziehen sich ja auf Gemüse und Obst, oder? In jedem Big Mac sind doch Tomaten, Zwiebeln und Salat – hat man die Kinder daran erinnert?)

Bezüglich Ernährungswissen sind nur 25% der Kinder gut informiert. (Was genau hat man die Kinder gefragt? Mit welchen Fachbegriffen wurden die Fragen kompliziert gemacht? Wie gut war das Deutschverständnis der gefragten Kinder? Lag es vielleicht eher am sprachlichen Hintergrund als am Nichtwissen über Ernährung, dass die Befrager bei „Nein“ so viele Häkchen machen konnten?)

Auf jeden Fall ist der Artikel gut gewürzt mit den Winken mit Zaunpfählen, dass diese Kinder einem furchtbar von Krankheiten gezeichneten Leben entgegenbilcken, wenn nicht das Programm EDDY wäre, die Rettung aller Kinder, die bald davon träumen werden, mit Brokkolik Skateborad zu fahren.

Und da Eddy anläuft und sicher die Befrager den Eddy-Schulen dann auch Fragen zu Ernährungswissen stellen werden und diese messen und wägen werden, dürfen wir uns schon jetzt darauf freuen, dass Eddy ein Bombenerfolg wird. Wäre ja dumm, wenn es dem nicht so wäre, dann könnte man nicht Geld für ein flächendeckendes Programm fordern. Und das wird sicher gefordert werden.

Mal sehen, ob das Budgetloch es hergibt.

Eines noch, die „alarmierende Nachricht“, dass unsere Kinder zu dick seien,  ist so neu nicht.

Es gab sie schon:

2012

2007

2006

Man beachte, wie die Zahl der Kinder, die zu dick sind, zwischen einem fünftel und einem viertel springt, je nachdem wieviel Angst und Schrecken man verbreiten möchte.

Die Wissenschaftler, die jetzt die Hand aufhalten, um Geld für ihre Programme / Studien ect. zu fordern, sind ja nicht erst seit gestern an dem Thema dran. Sie müssten all diese alten Berichte kennen.

Haben sie damals schon etwas unternommen?

Wenn ja, warum hat es nicht gewirkt?

Wenn nein, weshalb nicht?

Auf beide Wenns kann ich keine Antwort finden, die rechtfertigt, warum man ihnen jetzt Geld geben müsste, wenn die Familienbeihilfe (Geld, mit dem Familien Gemüse kaufen könnten) nicht erhöht wird, wie versprochen wurde.