Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Trink dich rund?

Dass industriell hergestellte Fruchtsäfte, Limonaden und Colas durchaus Desserts ersetzen können, wenn sie auch nicht das Kau-Sättigungserlebnis bieten, das man von einem Stück Kuchen hat, das ist inzwischen allgemein bekannt.

Heute habe ich diesen Artikel entdeckt, der sich mit alkoholischen Getränken auseinandersetzt und deren Kaloriengehalt beziffert. Zurecht weisen Kommentare unterhalb des Artikels darauf hin, dass nicht die Kalorien, sondern die Giftigkeit des Alkohols die meisten Probleme verursachen.

Gerade für viele Männer (wobei die Frauen leider aufholen) sind die in Form von Alkohol zu sich genommenen Kalorien gedanklich nicht so recht greifbar, anders als bei einem Stück Schweinebauch mit Soße und Knödel, und werden daher schlichtweg ignoriert.

Was in meinen Augen dafür spricht, den Konsum von Alkoholkalorien im Auge zu behalten, ist vor allem die „Wertlosigkeit“ dieser Kalorien. Die Energie, die der Alkohol uns liefert hat keinerlei Mehrwert. Sie macht nicht satt, sie transportiert keine „nützlichen“ Baustoffe in unseren Organismus, ja sie kann nicht einmal gut gelagert werden. Alkohol muss verbrannt werden. Deshalb auch das (trügerische) Wärmegefühl, das der Alkohol uns liefert. Wir verheizen ihn sofort. Was wir dazu oder davor gegessen haben, das brauchen wir damit nicht mehr zur Heizung und das wird dann als Speicher abgelegt. Doch von Alkohol allein kann niemand leben.

Dass Alkohol in kleinen Mengen positive Wirkungen haben kann, wie der oben verlinkte Artikel ganz unten zur Sprache bringt, ist unbenommen. Und über die restliche Wirkung muss man nicht schreiben, viele von uns sind auch einfach nicht in der Lage, sich ohne die Vernunfttrübung durch Alkohol in der Gesellschaft anderer Menschen locker und gelöst zu fühlen, sich zu amüsieren und Konktate zu knüpfen. Da sind die Kalorien das weit geringste Problem.

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Werden dicke Kinder zurecht schlechter benotet?

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich diesen Wissenskommentar auf der Webseite der Presse las.  Kurt Kotrschal, seines Zeichens Zoologe an der Uni Wien und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau sieht einen direkten Zusammehang der Tatsache, dass dicke Kinder schlechter in Mathematik benotet werden und ihrem Körpervolumen. Seine Lösung ist ganz einfach: Bewegung begünstigt die Entwicklung von Eigenschaften wie Impulskontrolle, Ziele verfolgen, Verlässlichkeit, und so weiter, also der sogenannten „exekutiven Funktionen„. Wer sich nicht bewegt, lernt diese nicht und kann so natürlich nicht gut in der Schule sein. Somit werden dicke Kinder, weil sie ja per se bewegungsfaul sind (wären sie sonst dick?) zurecht schlechter benotet. Punkt und Ende der Beweisführung.

Die soziologische Studie, die Herr Kotrschal hier deutet, ermittelte aber nicht den Zusammenhang zwischen Bewegung und Noten, sondern lediglich zwischen Körperform und Noten. Herrn Kotrschal Interpretation ist eine Generalverurteilung dicker Kinder als per se Beweungsmuffel, was einfach nicht stimmt. Ich kenne sehr wohl dicke Kinder, die gern schwimmen, radfahren, Fußball spielen, tanzen und im Gegenzug auch zahlreiche dünne Kinder (vor allem Mädchen in der Pubertät), deren Bewegungsdrang sich in Grenzen hält. Die Körperform (von Muskeln abgesehen) kann nicht als alleiniger Indikator dafür gelten, ob sich ein Kind jetzt gern und viel bewegt oder nicht.

Herr Kotrschal sieht sich selbst auch als jemand, der ohne Bewegung als „dicker Bildschirmjunkie“ aus der Pubertät gekommen wäre und dass nur die Bewegung in der frischen Luft ihn davor bewahrt hat. Der weitere Inhalt des Artikels mit seinen Schlussfolgerungen lässt vermuten, dass Herr Kotrschal primär alle dicken Menschen, die viel vor Bildschirmen sitzen (und viele, gerade auch geistig anspruchsvolle Berufe verlangen das heute von den Menschen) so einschätzt, dass es ihnen an Verlässlichkeit, Impuslkontrolle usw… mangelt. Im Gegenzug müssten alle dünnen Sportler super Zeugnisse haben und wer die Reaktionen von durchtrainierten Fußballspielern, die sich viel an der frischen Luft bewegen und keinesfalls „dick“ sind beobachtet, wenn sie eine gelbe/rote Karte bekommen (und denken, diese wäre nicht gerechtfertigt), der fragt sich zurecht, wo hier die „Impulskontrolle“ ist, von der sie ja laut Herrn Kotrschal jede Menge haben müssten….


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Süß? Ja gerne – aber nicht flüssig

Süße Getränke sind beliebt und das nicht nur bei Kindern. Da unser Gehirn den Zucker liebt und uns hormonell für dessen Konsum belohnt, fühlen wir uns einfach gut, wenn etwas Süßes in unserem Mund zergeht. Nun zergehen Getränke ja nicht, sie schwappe einfach über die Zunge drüber. Der Reiz ist kurz und wer belohnt werden will, wiederholt ihn und wiederholt ihn. Längst hat die Lebensmittelindustrie bemerkt, wie sehr sie uns mit ihrem billigen, zugesetzten Zucker angefixt hat und schraubt die Dosis solange in die Höhe, bis es dem Gewinn abträglich wird.

40 Teelöffel pro Tag, soviel Zucker würden die meisten von uns niemals in Kristallform in sich hinein löffeln. Doch genau diese Menge an zugesetztem Zucker nimmt der durchschnittliche Amerikaner am Tag zu sich, wie dieser Artikel in den deutschen Wirtschaftsnachrichten behauptet. Credit Suisse geht von 17 Teelöffeln in unseren Breiten aus, aber auch das ist mehr als die zwei Stück Würfelzucker, die ich als Kind in meinen Hagebuttentee geworfen habe, damit er richtig gut schmeckt.

Flüssige Desserts (und nichts anderes sind die Softdrinks ja im Grund) haben den Nachteil, dass sie nicht satt machen. Dass sie den Durst nicht stillen, kommt noch dazu. Trotzdem geben wir schon den Babys zugesetzten Zucker in den Kindertees und sorgen dafür, dass sie danach immer nach mehr gieren. Die Dreh-und-Drink-Fläschchen, der Sirup, dem nur noch eine Spur Wasser zugegossen wird, die abgepackten Fruchtsäfte, die mehr billigen Industriefruchtzucker enthalten als Traubenzucker. Das Resultat? Traubenzucker macht satt, Fruchtzucker weniger, da er den Insulinspiegel nicht so sehr beeinflusst.

Also auf Light Drinks umsteigen? Süßstoff statt Zucker? Seltsamerweise (und hier fehlt die Erklärung im Artikel völlig, leider) führen Light Drinks noch stärker in die Diabetes-Falle, triggern die genetische Neigung, ohne die keine Diabetes zustande käme. Weshalb? Als Laie kann man nur vermuten. Vielleicht mag es der Körper nicht, an der Nase herum geführt zu werden. Süßer Geschmack, dem die chemische Komponente fehlt, um die Belohnung auszulösen führt unter Umständen dazu, dass er nach mehr „echter“ Süße verlangt und im Nu ist die Tagesdosis noch höher.

Der Körper ist ein Wunderwerk und kann sich sehr gut und rasch umstellen. Das habe ich bemerkt, als ich auf einmal keine Kaffeemilch mehr vertrug. Also nur mit Zucker, das war nicht so gut im Geschmack, da fehlte das Fett der Milch als Geschmacksverstärker. Somit bin ich auf schwarzen Kaffee umgestiegen. Ich liebe Süßes nach wie vor und deshalb wird zum schwarzen Kaffee etwas Süßes gegessen.  Meist eine Früchteschale mit Yoghurt, Erdmandel und Honig. Honig mag ich mittlerweile lieber als Haushaltszucker, aber in den Kaffee würde ich ihn nie gießen. Ein Löffel Honigyoghurt und ein Schluck schwarzer Kafee dazu und die Süße des Yoghurts noch auf der Zunge wirkt der schwarze Kaffee weniger bitter und mehr belebend. Der Kaffee nach dem Mittagessen wich einer Tasse grünem Tee, viel weniger bitter und sehr dankbar für einen Keks oder zwei als Beigabe.

Frisch gepresst sind Fruchtsäfte für mich noch immer ein Genuss. Da ich Kohlensäure nicht mag, auch weil sie meinem Hals und meiner Stimme nicht gut tut, bin ich auch nicht empfänglich für die Geschmacksreize von Limonaden und Cola. Schon mal die Kohlensäure verpuffen lassen, um das zu schmecken, was man wirklich für sein Geld bekommt? Eine lahm und lasch und leer schmeckende Flüssigkeit.

Da investiere ich meine schwer verdienten Euros lieber in die Zutaten für selbstgebackenen Kuchen.  Ist süß, kann gekaut und geschluckt werden und schmeckt prima zu grünem Tee und auch zu schwarzem Kaffee.


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Prominent und nicht (mehr) dünn: Boris Becker

Wer den Rummel um das Buch von Herrn Boris Becker mitbekommen hat und ein bisschen im Netz herumsurft, um Stimmen dazu einzufangen stößt auch auf die etwas befremdlichen Äußerung, dass er „dick“ und „übergewichtig“ sei. Nun ist man ja gewohnt, dass Schauspielerinnen, Sängerinnen und andere prominente Frauen nur dann ein Bäuchlein haben dürfen, wenn sie schwanger sind, oder es fällt die Presse mit Häme über sie her, dass jetzt auch ein Mann, der als Spitzensportler mehr geleistet hat als die hungrige Pressemeute es jemals könnte, nach seinem Bauchumfang gewertet wird, stimmt mich nachdenklich.

Schwappt das Dünn-sein-Diktat jetzt schon so stark auf die Männerwelt über? Ist der kleine Wohlstandsbauch und das vollere Gesicht bereits Schlagzeilen wert? Es ist ja nicht, als hätte sich Herrn Boris Beckers Körpervolumen über Nacht verzehnfacht. Wie er in diesem Interview auf der Buchmesse sagt, es ist nichts Besonderes dran, wenn ein Spitzensportler nach dem Ende seiner Karriere etwas mehr Gewicht bekommt und jünger ist Herr Becker ja auch nicht geworden. Er stört sich, was verständlich ist, an dem TamTam zu seinem Gewicht.

Allerdings könnte man bei Boris Becker auch anmerken, dass das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.“ alle erwischen kann. Noch vor 13 Jahren, als Herr Becker selbst noch mehr dem Sport huldigte und jünger war, wusste er bereits, sich nebenher zu vermarkten. Damals war er die zentrale Figur der drei Millionen Euro teuren Kampagne „AOL fit for future by Boris Becker“. In einem Interview dazu war er sich nicht zu schade, über die Freunde seines Sohnes Noah zu urteilen, ebenso wie die Presse jetzt über ihn urteilt.

Damit nicht genug. Fünf Jahre später übernahm die Cleven-Becker-Stiftung die Kampagne und weitete sie zu einer Kampagne zur Bekämpfung der Bewegungs-Armut und Fettleibigkeit der 6-12jährigen in Deutschland und der Schweiz aus. Die Webseite davon gibt es immer noch. All das Geld, das Herr Boris Becker und sein Geschäftspartner Dr. Hans-Dieter Cleven dafür bekommen haben, hat die Kinder nicht dünner gemacht, sondern die beiden Männer nur reicher. Jetzt schallt es aus dem Wald zurück. Und plötzlich sind ein paar Kilo mehr keine Katastrophe. Vielleicht macht das Alter wirklich weiser. Bei Herrn Boris Becker (wie man an dem Buch sehen kann) wohl nur in Raten.


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Ein Mobbinggrund mehr…

Brauchen Mobber am Arbeitsplatz einen logischen Grund für Herabsetzung und Ausgrenzung dicker Kolleginnen und Kollegen?

Eigentlich nicht, da man ja gemeinhin annimmt, dass Mobber Probleme mit sich selbst haben und diese an anderen ausleben.

Nun jedoch hat ein kleiner Beitrag das Potential, giftige Bemerkungen gegenüber dicken Kolleginnen und Kollegen, die es wagen, am Arbeitsplatz in den Pausen ihren Hunger zu stillen (wie jeder nicht-dicke-Mitarbeiter auch) als Selbstschutz zu maskieren.

[Achtung: Ironie mit drin!] Denn, wie es hier heißt, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die dicken Menschen schuld sind, dass es immer mehr von Ihnen gibt. Dicksein steckt an, besonders am Arbeitsplatz. Da sind die dicken Kolleginnen und Kolleginnen regelrechte Verführer. Während die dünnen Kolleginnen und Kollegen brav ihre Tomaten und Salatblätter kauen, haben die dicken Kolleginnen und Kollegen die Frechheit, echt Nahrhaftes mitzubringen, anstatt eine Nullnahrungsdiät einzuhalten. Somit sind sie schuld, wenn ihre anderen Kolleginnen und Kollegen auch mal etwas mitbringen, das nicht einem Diätratgeber entsprungen ist und deshalb prompt ebenfalls dick werden. Man hüte sich also for dicken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Man sollte ihnen die Nahrungsaufnahme verbieten, vielleicht würden diese willensschwachen Verführer dann ja abnehmen und müssten der Firmenleitung dafür auch noch dankbar sein. Jawohl! Wo käme man denn dahin, wenn man sich darauf verlassen müsste, dass dünne wie dicke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigenverantwortlich entscheiden dürften, was sie jetzt in der Pause essen wollen und was nicht. Wenn die dicken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so willensschwach sind, muss man die dünne Hälfte der Belegschaft (der man auch keinen eigenen Willen zutraut) vor ihnen beschützen. …. Oder?


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Waren früher nur die Frauen „zu“ dick?

Es rauscht wieder im Medienwald. Die neuesten Meldungen zum Thema „Übergewicht“ und „Adipositas“ sind auf der Suche nach einer neuen Zielgruppe für alle teuren/gefährlichen/oft wirkungslosen Gegemaßnahmen und Therapien.

Die dankbarste Zielgruppe, die der erwachsenen Frauen, reicht nicht mehr, um die Gier der wohlwollenden Anbieter solcher Gegenmaßnahmen zu stillen. Es gilt neue Jagdgründe zu erschließen und da sind es zwei Äcker, die noch nicht ausreichen beackert scheinen.

Zum einen die der Männer. Männer sind offenbar nicht eitel genug (= machen ihr Selbstwertgefühl nicht im selben Maße von der gesellschaftlichen Haltung gegeüber ihrem Äußeren abhängig) wie Frauen, um nach jeder neuen Wunderpille zu greifen oder sich bei fünf Kilo über dem Sollwert unters Messer zu legen. Also muss man sie besser aufklären.

Ein anderes Problem sind die Jugendlichen. Sie lassen sich nicht so gut schröpfen, einfach wei sie nicht soviel Geld haben. Auf der anderen Seite haben sie umso mehr Angst vor Ausgrenzung und sind risikobereiter. Man müsste es ihnen also nur leichter machen, teure Maßnahmen zu nützen, und sie würden in Scharen in die Kliniken streben. Was also liegt näher als zu fordern, dass Adipositas offiziell als Krankheit gilt und die Krankenkasse die Kosten für alle möglichen Therapien aufkommt.

Es ist einfach nicht genug, wenn man mit zwei Milionen Euro gefördert wird, findet auch der  Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, Martin Wabitsch. Immerhin ist der Professor vom Universitätsklinikum Ulm als Koordinator des Kompetenznetzes Adipositas sehr rührig. Er und Gründungsmitglied Frau Prof. Martina de Zwaan, müssen mehr tun, damit der Rubel in die Kassen der Deutschen Gesellschaft für Adipositas fließt.

Entweder sind Meldungen wie diese hier zu kurz gefasst, oder die beiden Mediziner sind tatsächlich der Meinung, dass alle dicken Menschen über einen Kamm zu scheren bzw. auf eine Couch und/oder unter ein Messer zu legen sind. Ich konnte in dem Artikel keinen Hinweis finden, dass die Gesellschaft für Adipositas inzwischen so schlau geworden wäre, zu erkennen, dass jeder dicke Mensch aus den gleichen Gründen nicht dünn ist wie alle anderen dicken Welt. Adipositas als eine Krankheit des Gehirns zu bezeichnen finde ich sehr bedenklich, stigmatisiert dies doch alle dicken Menschen sozsuagen als „geistig krank“.

Tja, was täte die Gesellschaft für Adipositas, wenn die Gesellschaft Adipositas auf einmal nicht mehr als verachtenswert, krank, den frühen Tod bringend und um jeden Preis behandlungsbedürftig anerkennen würde?