Nicht schlank? Na und!

Weg vom Diätfrust und einfach gut leben


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Finger weg vom Abendessen?

Im Frühling schlagen nicht nur die Bäume aus, sondern die Ernährungsgurus überschlagen sich geradezu mit Ratschlägen zur Änderung unseres Essverhaltens.

Und wieder einmal ist das Abendessen ins Schussfeld geraten.

Wie in diesem Interview bei Focus online zu lesen ist,  kann man nur dann abnehmen, wenn man (überspitzt formuliert) sein Abendessen auf drei Salatblätter und fünf Erbsen beschränkt.  Dann schläft man auch besser.

Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Essrythmus?  Verzichten Sie auf das Abendessen und schlafen Sie mit Magenknurren besser?

In dem Buch von Angela Mörixbaumer und Markus Groll „Die 50 größten Diät-Lügen!“ wird zwar auch geraten, gut zwei Stunden vor dem Schlafengehen die letzte Mahlzeit zu sich zu nehmen, aber nicht im Hinblick auf einen Gewichtsverlust sondern einfach weil dann der Magen genügend Zeit hat, sich zu entleeren und er im Liegen dann nicht auf die Lunge drückt, was die Schlafqualität verringert.

Meine persönlichen Erfahrungen damit sind folgende:

Auf das Abendessen zu verzichten finde ich mich des nachts unter Garantie vor dem Kühlschrank wieder, vom Hunger getrieben.

Ich habe schon ziemlich viele Abendessensvarianten ausprobiert, was mein Magen nicht mag (was er mir durch unangenehmes Druckgefühl, Spannung und Sodbrennen zeigt), ist reine Eiweißkost wie Fisch ohne Kohlenhydratbeilage, stark gesäuerte Lebensmittel (wie Salat) oder sehr fettige Kost (Käse).

Allerdings jammert mein Magen nicht, wenn ich meine letzte Hauptmahlzeit (egal was) um ca. 16 Uhr einnehme und dann gegen 20 Uhr ins Bett gehe. Die Mahlzeit ist dann aber wirklich eine große Hauptmahlzeit und kein Bettelmahl (das hatte ich dann meist als Lunchimbiss).

Was auch später noch gut vertragen wird, ist schonend zubereitete Mischkost wie gedämpfes Gemüse und Kartoffeln mit Topfedipp, oder ein Reisgericht mit Tofu.

Wie groß und wann das Abendessen eingenommen wird, ist nicht immer gleich, es hängt sehr vom jeweiligen Tagesverlauf ab, der bestimmt, wann ich wieviel Hunger habe. Und das allein ist mein Maßstab. Worauf habe ich Appetit, wieviel mag ich davon.

Ich kann auch dirket nach Mahlzeiten schlafen (kennt jeder, der ein Mittagsschläfchen hält) und ich kann mehere Stunden vor dem Schlafengehen essen ohne wieder Hunger zu bekommen.

Was mir wann wie schwer im Magen liegt, ist die individuelle Empfindlichkeit meines Magens, abhängig davon wie viel ich mich bewegt habe, wie hungrig ich bin und was ich den ganzen  Tag davor schon gegessen habe.  Für mich persönlich sind daher solche allgemeingültige Anweisungen wie in dem Focus Interivew absolut überflüssig.

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Schönes auf dem Tisch: So macht Essen noch mehr Spaß

Ich habe mir zu Weihnachten selbst ein Geschenk gemacht.  Sechs neue Tischsets von Saleen.  Der örtliche Fachhändler für Tischwaren hat mit den Katalog gezeigt und ich habe mich sofort in die Bilder verliebt.   Leider hat es fast eineinhalb Monate gedauert, bis die Tischsets dann im Geschäft waren und ich sie abholen konnte.  Dafür sehen sie auf dem Tisch noch besser aus als auf dem Bildschirm.

Asia Bamubs

Erdbeere auf Blaubeeren

Viele Katzen

Magnolien

Efeu

Orchidee

Für Abwechslung ist gesorgt und ich kann den Tisch je nach Stimmung und Gästevorlieben passend decken.


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Women afraid to eat / Die Angst for dem Essen

afraidtoeat001Wie man am Bild sehen kann, ist mein Exemplar nicht mehr druckfrisch.  Das ist kein Wunder, schließlich ist das Buch von Fracnes M. Berg bereits im Jahre 2001 erschienen.

Die Autorin hat ihre Erfahrung als Gründerin und Herausgeberin des „Healthy Weight Journals“ ,  ihr Wissen als Ernährungssezialistin und Gastprofessorin an der Medizinischen Fakultät von North Dakota in diese 380 Seiten starke Buch gepackt.

Ihr zentrales Anliegen sind die steigende Zahl von Essstörungen und hier vor allem die beiden Extreme der Gewichtsskala, die Magersucht und die Fettsucht. Sie sieht einen erschreckenden Zuwachs an beiden Enden und macht sich auf die Suche nach den Ursachen und nimmt sich kein Blatt vor den Mund, was die Wirkungslosigkeit von Diäten und die Gefahren von Diätmedikamenten betrifft.

Die Besesenheit mit dem Körpergewicht, die Angst vor dem Essen, die Angst vor Gewichtszunahmen beherrscht zunehmend das Leben vieler junger Frauen in den USA.  Studentinnen leben von einer so geringen Kalorienzahl, dass sie wie Zombies in den Hörsälen hängen, unfähig aktiv zu werden, da ihre Gedanken fast ständig um die nächste Mahlzeit kreisen.  Francis M. Berg führt mit erschreckender Klarheit vor Augen, wie sehr die Fixierung auf „Schlankwerden/Schlankbleiben“ das Leben von Frauen auffrisst, wie es ihnen die Kraft und Zeit raubt.

Ihre Schilderung dessen, was in einem Körper vor sich geht, der sich gegen das Verhungern wappnet, macht deutlich, wie sehr manche Diäten auch die Persönlichkeit eines Menschen negativ verändern können,  uns gefühlskalt und egozentrisch machen und wie schwer es ist, diese Veränderung wieder ungeschehen zu machen.

Sie zeigt auf, wie geschickt Diätgruppen ihre Mitglieder durch Bloßstellung, Scham und Schuld manipulieren und wie die Pharmaindustrie es schafft, Medikamente auf den Markt zu bringen, obwohl ihre Wirksamkeit und Sicherheit keineswegs in Stein gemeißelt sind.  Sie benennt Beispiele auch von Todesfällen und Meldungen, die an ihr Journal gegangen sind, erzählt von verzweifelten Angehörigen, die nicht verstehen können, dass einfache „Diätpillen“ gesunde junge Frauen töten können.

Fancis M. Berg nimmt sich Zeit, all die Nachteile darzulegen, welche die gesellschaftliche Ächtung von Übergewicht mit sich bringt. Von Schmähungen in frühester Kindheit über die Schwierigkeiten Arbeit und Ausbildungsplätze zu finde bis hin zu den Problemen beim Arztbesuch. Die Berichte von dicken jungen Frauen, denen Ärzte Unterleibsuntersuchungen aus persönlicher Ablenhung heraus verweigerten schockieren.

Gibt es einen Weg aus diesem Dilemma?

Für Francis M. Berg führt der Weg nur über ein aktives Leben, aufmerksames Esen, ohne Angst vor Nahrungsmitteln, sich seines Wertes bewusst sein  und vor allem über die gegenseitige Achtung der Vielgestaltigkeit. Menschen haben nun einmal unterschiedliche Körperformen und sind nicht daran zu messen, ob sie mehr oder weniger Raum einnehmen.  Nur gemeinsam haben Frauen eine Chance sich gegen den Zwang zum einheitlichen Körperbild zu wehren und ihre Individualität zu verteidigen.

Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich und kann über das Healthy Weight Network  bezogen werden. Hier einige Auszüge.

Francis M. Berg

Women afraid to eat

Breaking free in Today’s  Weight-Obsessed World

Healthy Weight Network 2001


Ein Kommentar

One Billion Rising: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Vierzehnter Februar. Valentinstag. Der Tag, wo „mann“ seiner Liebsten Blumen schenken sollte. Ein guter Tag für die Floristen. Doch kein Meer von Rosen und Tulpen kann darüber hinwegtäuschen, dass unter dem Duft der Blüten in allen Ländern dieser Welt Angst und Frust, Schmerz und Hilflosigkeit zuhause sind.

Eine Millarde Frauen auf dieser Welt erlebt in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt.  Neben der Gewalt durch Institutionen, Polizei, Militär und Verbrecher ist es leider oft gerade ein Mensch, dem die Frau, das Mädchen vertraut, den es liebt: Vater, Bruder, Onkel, Sohn, Großvater … der ihm Schmerzen zufügt, körperliche wie seelische.

Dagegen gingen am Valentinstag in vielen Städten der Welt Frauen auf die Straße und zeigten Geschlossenheit. Ich würde mir diese Geschlossenheit im Alltag wünschen, Solidarität statt Rivalität, Verständnis und Schulterschluss statt kleinlicher Hickhack.

Hier der Tagesschau-Beitrag zu „One Billion Rising

Hier die Webseite der Aktion. Mit vielen Videos aus der ganzen Welt.


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Willkommen zum Diätbuffet Teil 3: ein bisschen Draht darfs sein…

(Achtung, bissige Ironie!)

Sie sind im Sinne der altbackenen Standarts der modernen Medizin „Übergewichtig“, haben aber keine Lust auf eine Magenoperation und noch weniger auf die neueste Hungerkur nach DrX?

Ts, ts,… was machen wir nur mit Ihnen? Wie wäre es mit ein bisschen Draht?

Nein, Sie müssen ihn nicht essen und wir fesseln Ihnen auch nicht die Handgelenke oder verschnüren Ihren Kühlschrank. Er komtm auf ihre Zähne. Das klingt doch nicht übel, immerhin laufen seehr seehr viele Leute mit Zahnspangen herum und haben null Probleme damit. Sehen Sie. Also Mund auf und vertrauen Sie uns.

Nach nur 40 Minuten sind wir schon fertig und sie können wieder lächeln. Sehen Sie die Brackets? Sieht doch aus wie bei jeder anderen Zahnregulierung.

Lachengeht leider nicht, denn jetzt sind Ihre beiden Kieferhälften über eine Draht, der an allen Brackets fest gemacht wurde miteinander verbunden. Nein, ersticken werden Sie nicht, und trinken geht auch, denn, sehen Sie, da ist ein schmaler Spalt frei.  Somit kann sie keine Schokolade und kein Kuchen und kein Knödel mehr in Versuchung führen. Damit Ihre Kiefergelenke nicht versteifen, machen wir den Draht alle  vier bis sechs Wochen weg, dann dürfen Sie drei Tage reden, lachen und frei sprechen und danach verpassen wir Ihnen wieder den Maulkorb, pardon, die Kausperre.

Dass Sie kaum ein klares Wort reden können, ist eine kleine Nebenwirkung, aber das lässt sich ja mit schriftlichen Botschaften, ins Handy getippt oder auf einen Zettel gekritzelt leicht ersetzen.

Ah, ja, der Preis. Da Sie kein Geld mehr für feste Nahrung ausgeben müssen, haben Sie sicher so 3000 Dollar übrig.

Wie Sie satt werden ohne kauen? Gar nicht. Das ist ja das Tolle an der Drahmethode. Sie können ein Röhrchen zwischen ihre Zähne klemmen und trinken. Flüssignahrung.  Aber nur nichts sehr fettiges wie Sahne und nichts mit viel Zucker drin. Sie sind ja hier, weil sie schrumpfen sollen. Und das möglichst rasch. Und wenn Sie genug haben von Suppen, hätten wir etwas für sie: Die Flüssighungerdiät von Dr. X. Toll, nicht?

(von der Methode wird abgeraten)


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Übergewicht als Theme beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos

Es tagten dort zwar keine unabhängigen Ärzte, aber führende Persönlichkeiten aus dem Versicherungswesen und von diversen (von Pharmaunternehmen unterstützten?) Organisationen, die leider wieder nur alte Kamellen zu wiederholen wussten:

+ Wir leben im Zeitalter der Pandemie „Adipositas“

+ auch die armen Länder „leiden“ darunter dass die Menschen viel zu essen haben, zu viel.

+ Übergewicht hat viele Ursachen, aber es ist schuld an vielen Krankheiten, angefangen von Diabetes Typ II ….

+ Menschen mit weniger Geld auf dem Konto trifft es mehr, auch Menschen mit weniger Bildung

usw….  Wer will kann sich eine Zusammenfassung hier anhören.

Sie sagen dasselbe, das sie schon vor dreißig Jahren sagten. Sie haben dieselben Rezepte, die sie schon vor 30 Jahren vorschlugen wie dass es in den Schulen mehr Vorbeugung geben muss, dass es mehr Turnstunden geben muss…

Wenig von dem, was gesagt wurde, klang neutral und nicht vorverurteilend, klang, als ob man den Menschen und nicht der eigenen Bilanz helfen wollte.  Das Beispiel Mexiko, dass Armut zum Fast Food treibt, klang sehr einleuchtend, dennoch war nicht zu hören, dass die Steuern auf frische Lebensmittel gekürzt oder gar gestrichen werden sollten, damit sich auch arme Familien wieder eigene Trotillas backen können.

Kein Wort davon, dass man sich neue Ziele setzen sollte, nämlich die Gesundheit unabhängig von der Körperform anzustreben, sich zu bemühen, dass dicke Menschen einfach gesunde dicke Menschen sein dürfen.

Kein Wort davon, dass Übergewicht vielleicht einfach der Begleiter ev. ein Hinweis auf Krankheiten und keineswegs deren alleinige Ursache ist.

Kein Wort davon, dass alle Kampagnen in der Vergangenheit nutzlos waren.

Je schlimmer man das Bild zeichnet, desto eher machen die Politiker Mittel locker um die Damen und Herren der verschiedenen Organisationen mit zu finanzieren, desto eher werden neue Medikamente auf den Markt gewunken und kommen Menschen dadurch zu schaden, dass die Ärzte mangels Wissen und Ausbildung und unabhängiger Studien verschreiben, was das Zeug hält und die Nebenwirkungen erst wieder töten und schädigen müssen, ehe der chemischen Keule gegen die „Pandemie“ Übergewicht Einhalt geboten wird.